Grabungen in Androna / al Andarin
Luftbild
Geodätische Aufnahme
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Al Andarin, das antike Androna wird im späten 3. Jahrhundert als
Station (mansio) der Strasse genannt, die von Chalkis nach Palmyra führte,
während eine Mosaikinschrift des 5./6. Jahrhunderts den Ort als komê charakterisiert.
Obwohl ohne Stadtrecht, ist Androna mit einem Areal von circa 1,6 qkm,
zwei Umfassungsmauern, elf Kirchen, einem großen Militärlager
(kastron) und einem öffentlichen Bad im Ortszentrum sowie zahlreichen,
unter Sand begrabenen Hausbauten ein Ort von quasi städtischem Charakter.
Er liegt am Rande der nordsyrischen Steppe in einer wasserarmen Zone mit
nicht mehr als 250-300 mm Niederschlägen. Grundlage für die geradezu
explosive Entwicklung des Ortes im 5. und 6. Jahrhundert war – abgesehen
von der verkehrstechnisch günstigen Lage – ein durchdachtes
System der Feldbewässerung.
Den ersten archäologischen Survey des Ortes verdanken wir der Princeton
Archaeological Expedition unter H. C. Butler. Ihre Aufnahmen wurden in
den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts durch den Survey von R. Mouterde
und A. Poidebard erweitert und in jüngerer Zeit durch syrisch-französische
Untersuchungen zu den „Marges arides“ vertieft.
Seit 1998 wird Androna durch Grabungen erforscht. Von den Grabungsarbeiten
werden Antworten auf grundlegende Fragen zu den Grundlagen der wirtschaftlich-sozialen
Entwicklung der Siedlung, zur Herkunft der Menschen, die sie erbauten,
zur Funktion und Entstehungszeit der Verteidigungsanlagen, zu den Formen
der Haus- und Kirchenarchitektur und zur Situation des Ortes in islamischer
Zeit erwartet.
Nach
der geodätischen Aufnahme der Siedlung im Jahr 1997 und vor Beginn
der Grabungsarbeiten wurde von dem deutschen Team (Leiterin: Christine Strube)
eine Zusammenarbeit mit einem syrischen Team (Leitung bis 2002 Abderrasaq Zaqzouq,
seit 2003 Radi Ogdeh) und einem britischen Team des St. John’s College,
Oxford (Leitung: Marlia Mundell Mango) organisiert. Die Grabungen des deutschen
Teams konzentrierten sich auf das Militärlager im Ortszentrum (kastron),
die beiden Mauerringe und einen Hauskomplex im Norden der Siedlung. Das britische
Team begann nach der Ausgrabung des im Ortszentrum gelegenen byzantinischen
Bades einen Survey außerhalb der Mauern Andronas mit Untersuchungen zum
System der Feldbewässerung (qanats und Wasserreservoire) und der Agrarwirtschaft.
Das syrische Team legte ein früharabisches Bad im Ortszentrum frei und
begann 2005 eine Hausgrabung.
Die Arbeiten des deutschen Teams wurden von 1997-1999 von der Fritz Thyssen-Stiftung und die Kampagnen der Jahre 2000-2006 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert. Die Restaurierungsarbeiten im Kastron wurden von der Kulturabteilung der Deutschen Botschaft, Damaskus finanziert.
